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Die Industrie bietet allen etwas

Samuel Lauchenauer ist neu im Vorstand von Chance Industrie Rheintal tätig. Von einer Lehre in der Industrie ist der Ausbildungsverantwortliche felsenfest überzeugt. Dass nach Corona nun wieder richtig geschnuppert werden kann, sei essenziell.

«Die Bildungsmöglichkeiten in der Schweiz sehe ich als grosses Privileg», betont Samuel Lauchenauer. Er hat vor 14 Jahren seine Berufskarriere mit einer Lehre zum Automatiker bei einem Rheintaler Industrieunternehmen gestartet. Nach vielen berufsbegleitenden Weiterbildungen ist er heute als Ausbildungsverantwortlicher von drei Berufen beim Ausbildungsbetrieb libs in Heerbrugg tätig. Als solcher betreut er rund 25 Lehrverhältnisse. «Mich persönlich freut es immer wieder, am ersten grossen Schritt in die berufliche und finanzielle Unabhängigkeit der jungen Erwachsenen teilzunehmen», sagt der 30-Jährige. In der Industrie sei von der Berufslehre bis zum Geschäftsführer schlicht alles möglich. Es gebe fast unbeschränkte Möglichkeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln.

Berufswahl nicht überstürzen

Gerade in Zeiten von Corona seien bei der Lehrstellenbesetzung zusätzliche Ideen gefragt, betont Samuel Lauchenauer. So hätten libs und weitere Betriebe in der Zeit, in der richtige Schnupperlehren nicht möglich waren, gute Erfahrungen mit digitalen Schnupperlehren gemacht: «Dadurch konnten wir den Jugendlichen trotz der schwierigen Situation persönliche Einblicke bieten, auch wenn viele Tätigkeiten natürlich nur bedingt digital vermittelt werden können.» In der Zwischenzeit habe sich die Situation etwas beruhigt. Das Nachholen der Schnupperlehren laufe auf Hochtouren. Es brauche auf beiden Seiten einfach etwas mehr Geduld. Lauchenauer hofft, dass die Schülerinnen und Schüler jetzt keine unüberlegten Entscheidungen treffen und die erstbeste Lehrstellenzusage annehmen. Die Mitgliedsunternehmen von Chance Industrie Rheintal (CIR) seien sensibilisiert, den Jugendlichen die nötige Zeit für eine wohlüberlegte Entscheidung zu geben.

Leute aus der Praxis gefragt

In den CIR-Vorstand wurde Samuel Lauchenauer als Nachfolger von Peter van Caenegem gewählt, der eine neue berufliche Herausforderung ausserhalb des Rheintals annimmt. Lauchenauer möchte an das Engagement seines Vorgängers anknüpfen und die Vielfältigkeit der Berufslehre in der Industrie aufzuzeigen: «Eine spezielle Zielgruppe gibt es eigentlich nicht. Die Industrie bietet nämlich nicht nur technische Berufe.» Sogar für junge Leute mit akademischen Zukunftsplänen sei eine berufliche Grundbildung karrieretechnisch hilfreich. «Es gibt nur wenige Arbeitsstellen, die einen universitären und somit rein schulische Bildungsweg voraussetzten. Die meisten Arbeitsstellen fordern Berufsleute aus der Praxis und dafür ist ein Werdegang mit Berufslehre der geeignetste Weg.»

Samuel Lauchenauer nimmt mit dem angehenden Automatiker Elias Wirth einen Industrieroboter in Betrieb.